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Die Einlagensicherungssysteme der Banken: nur begrenzt verlässlich Dezember 2005
Unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit schrammte Mitte November eine große deutsche Bank nur knapp an einer existenziellen Krise vorbei: Die Allgemeine Hypothekenbank Rheinboden (AHBR) mit einer Bilanzsumme von rund 80 Milliarden Euro, die unter den Folgen von Spekulationsgeschäften leidet, wurde durch Milliardenspritzen der Großbanken gerettet. Die Branchengrößen entschlossen sich unter sanftem Druck der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und der Deutschen Bundesbank zu dieser Hilfe, weil der Kollaps der AHBR starke negative Auswirkungen auf den deutschen Finanzmarkt und das Image des Bankenwesens gehabt hätten.
Die Geschichte des Bankenwesens ab dem 14. Jahrhundert ist voller Bankenzusammenbrüche und -krisen. Auch das 20. Jahrhundert war weltweit durch eine Vielzahl von Krisen im Bankensystem gekennzeichnet. Selbst nach dem Zweiten Weltkrieg, als viele Länder die Bankenaufsicht stark ausbauten, traten weiterhin Bankenkrisen auf. Ein vielfältiges System der Einlagensicherung verleitet in Deutschland mittlerweile zu der Annahme, auf der Bank sei Geld sicher. Vereinfacht gesagt kommt dabei die Gesamtheit der Banken für das Vermögen der Kunden auf, das bei Zahlungsunfähigkeit einer Bank gefährdet ist.
Zwei entscheidende Einschränkungen besitzt die Einlagensicherung allerdings: Erstens gibt es mehrere Sicherungssysteme mit unterschiedlichen Leistungsumfängen. Wie umfangreich die Einlagensicherung einer bestimmten Bank ist, lässt sich nicht immer auf den ersten Blick erkennen. Zweitens besteht mit der Ausnahme einer gesetzlich vorgeschriebenen Grundsicherung (auf Einlagen bis zu 20.000 Euro 90 Prozent) kein Rechtsanspruch auf die Leistungen der Sicherungseinrichtungen! Insbesondere, so stellte die Deutsche Bundesbank bereits 1992 fest, greifen die Einrichtungen nicht im Falle einer allgemeinen Krise der Kreditwirtschaft.
Wie in der Geschichte, würden auch heute eine längere Wirtschaftskrise viele Geldhäuser in Schwierigkeiten bringen. Zu gering ist ihre Kapitaldecke, zu optimistisch stufen sie die ausgegebenen Kredite ein. Geraten Unternehmen und Hausbesitzer in größerem Maß in Zahlungsverzug, würden Geldinstitute Schwierigkeiten bekommen, allen ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Gleiches gilt bei deutlich rückläufigen Immobilienpreisen - die Kreditsicherheiten verringern sich - und abstürzenden Börsen. Geldinstitute, die mit dem internationalen Finanzwesen verwoben sind, unterliegen weiteren existenzbedrohenden Gefahren, die sich aus alternativen Investments mit Hebelwirkungen und den damit verbundenen Risiken ergeben. Doch auch die eigenen Spekulationsgeschäfte können eine Bank in existenzielle Krisen führen, wie das Beispiel AHBR zeigt. Der richtigen Auswahl von Banken kommt deshalb eine wichtige Bedeutung zu.
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